Arbeitseinsatz vom 7. August 2026

Von Christoph Gerber 8 August 2026

Es zeichnete sich ab, dass es ein strenges Wochenende werden würde. Noch vor Beginn der Hochwildjagd wollten wir die beiden Alpen Alt Stafeli und Halte vom herumliegenden alten Zaunmaterial befreien. Andreas, Norbert und ich stiegen daher schon am Freitag zur Alp Alt Stafeli hinauf. Der halbstündige Fussweg über die steilen, mit Alpenrosen, Grünerlen, Wacholdersträuchern, Farnen und Blacken bewachsenen Hänge waren unsere erste Herausforderung. Wo kann ich den nächsten Fuss platzieren, ohne auf einem nassen Stein auszurutschen oder in ein tiefes Loch zu gleiten? Schnell machte sich im nassen, hohen Gras in unseren Wanderschuhen die Feuchtigkeit bemerkbar.

Oben angekommen, räumten wir zuerst einen alten, am Boden liegenden Zaun zusammen. Einfacher gesagt als getan - das Gras und die Alpenrosen hatten sich dermassen im Maschendraht verkeilt, dass wir schweisstreibend und mit letzter Muskelkraft stellenweise die Grasnarbe mitrissen, um den eingewachsenen Draht zu befreien.

Der letzte Kraftakt bestand darin, die störrigen Drahtgitter zusammenzustampfen und mit Spannsets zu handlichen Bündeln zusammenzuschnüren. Ganz ungefährlich war diese Arbeit nicht. Die widerspenstigen Drahtenden schnellten immer wieder in alle Richtungen und hinterliessen bei uns den einen oder anderen Kratzer. In der Zwischenzeit machte der blaue Himmel dunklen Gewitterwolken Platz. Bald waren wir vom Regen durchnässt und mit dem Drahtgeflecht in den Händen bekamen wir ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend, als die ersten Blitze über dem Zapporthorn zuckten. Zum Glück zog das Gewitter südlich von uns vorbei und wir konnten problemlos ins Tal absteigen. Nun liegen ganze sieben Bündel Drahtgeflecht bereit, um mit dem Helikopter zur nächstgelegenen Strasse geflogen zu werden.

Am Samstag erhielten wir für die Arbeiten in der Halte tatkräftige Unterstützung: Peter, Markus, Guido, Katherina, Tanja und Jack stiessen zu unserer Gruppe. Die ersten Sonnenstrahlen am wolkenlosen Himmel und die frische Morgenluft wirkten motivierend und spornten uns an.

Schnell waren die Arbeiten verteilt: Guido nahm den Abbruch des restlichen Zauns in Angriff, Markus und Andreas sammelten die noch gut erhaltenen Kastanienpfähle und bearbeiteten sie mit der Motorsäge. Norbert und Christoph rammten die Pfähle bei den noch ungeschützten Arven in den Boden und Peter, Katherina, Tanja und Jack verschraubten sie mit Dachlatten zu Einzelschutzgittern. Dafür wurden auch die noch brauchbaren Maschendrahtgitter wiederverwendet. Langsam machte sich wieder die kräftezehrende Arbeit im steilen und mit Felsbrocken durchsetzten Gelände bemerkbar.

Die Freude war gross, als wir am späteren Nachmittag endlich die beiden schweren Rollen Drahtgeflecht den steilen Hang hinunterrollen lassen konnten. Beim Haltestall angekommen, hievten wir sie auf den bereitgestellten Schilter, der sie zur Entsorgung abtransportierte.